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Navigation durch das Buchhaltungs labyrinth in China

Christina Fung | Fiducia Management Consultants

NICHT ERST SEIT EINE REIHE CHINESICHER FIRMEN NACH BÖRSENGANG IM AUSLAND FINANZIELLE AUFFÄLLIGKEITEN BEIM JAHRESABSCHLUSS AUFWEISEN, STEHT BUCHHALTUNG FÜR UNTERNEHMEN, DIE SICH IN CHINA ENGAGIEREN STARK IM BLICKPUNKT. DIE FINANZEXPERTEN CHRISTINA FUNG (CHF) UND JEANETTE JI (JJ) VON FIDUCIA BESCHREIBEN, WORAUF ES ANKOMMT.

CF: Was gehört zu den größten Herausforderungen bei der Buchhaltung in China?

CHF: Da gibt es eine ganze Reihe, aber sicherlich ist es besonders schwierig mit den häufi gen Änderungen der Bilanzierungsund Durchführungsbestimmungen Schritt zu halten. Da die Behörden alte Standards modernisieren und neue Regeln einführen, müssen Unternehmen sicherstellen, dass sowohl das Buchhaltungspersonal als auch das Management ein umfassendes Verständnis und regelmäßige Updates bekommen.

CF: Was sind die Besonderheiten der chinesischen Buchhaltung?

CHF: Die Unternehmen müssen eine monatliche Steuererklärung abgeben und natürlich muss die Buchführung entsprechend dieser Frist vorbereitet sein. Verglichen mit Hongkong, wo Unternehmen ihren Abschluss nur einmal jährlich vorlegen müssen, ist das natürlich ein grosser Aufwand. Zudem ist der Prüfungsumfang in China grösser als in Hongkong und sich als Neuinvestor in Chinas bürokratischem Labyrith zurecht zu fi nden, ist eine Herausforderung für sich. Für die sogenannte annual consolidated inspection müssen Unternehmen bei bis zu sieben Behördenstellen Dokumente einreichen.

CF: Chinesische Unternehmen sind bei ihren Finanzdaten häufi g nicht sehr transparent, was Fälle wie u.a. Sino-Forest bewiesen haben. Wie können Sie sicherstellen, wertvolle und verlässliche Informationen zu bekommen?

JJ: Zwei Dinge sind entscheidend: Einerseits gibt es gesetzliche Meldepfl ichten, die regulieren, welche Informationen wie oft und an welche Behörde übermittelt werden müssen. Auf der anderen Seite steht die Qualität der publizierten Daten und die Frage, ob die Daten in verlässlicher Weise die fi nanzielle Situation des Unternehmens widerspiegeln. Es wäre sicherlich falsch zu sagen, dass es allen chinesische Unternehmen grundsätzlich an Transparenz und entsprechender Reportingqualität fehlt.

CHF: Allerdings treffen wir bei unseren Financial Due Diligence Untersuchungen sehr häufi g auf Ungereimtheiten, beispielsweise, wenn wir die Bücher eines potenziellen Übernahmekandidaten für unsere Mandanten prüfen. Ein typischer Fall ist, dass chinesische Unternehmen über zwei oder mehrere Bücher verfügen. Die externe Buchhaltung ist optimiert für das Steuer-Reporting, während die interne Buchhaltung, die viel eher die tatsächlichen Zahlen zeigt, dem Management oder Eigentümern vorbehalten ist. In solchen Fällen ist es wichtig, ein Projekt mit den richtigen Prozessen gepaart mit entsprechender Erfahrung anzugehen.

CF: Was gehört zu einer Prüfung?

JJ: Wir gehen eine lange Liste zu untersuchender Bereiche durch, einschließlich Bilanzen, GuV und Bank- und Kreditkartenabrechnungen oder Kreditverträge, um nur einige der Problemfelder zu nennen. Wir sehen uns auch Verträge mit Lieferanten und Kunden an, um zu prüfen, ob die aufgeführten Preise wirklich deckungsgleich sind mit dem, was bezahlt oder empfangen wurde.

Die zentrale Herausforderung ist es, Zugang zu allen relevanten Daten zu erhalten und diese mit einem strukturierten Ansatz zu analysieren. Manchmal ist es fast wie Detektivarbeit: Wir versuchen, Zusammenhänge zu erkennen und suchen nach auffälligen Mustern in den Daten. Der Erfolg und Massstab liegt für uns letztlich  darin, dass wir ein klares Bild der fi nanziellen Situation und Risiken aufzeigen und damit zu einer fundierten unternehmerischen Entscheidungsfindung beitragen.




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